Gratkorn aktuell 1 2026

5 Gratkorn aktuell 1 / 2026 Budget 2026: Gratkorn setzt Konsolidierung fort und reagiert auf wachsende Aufgaben Die Marktgemeinde Gratkorn sah sich bei der Erstellung des Voranschlags 2026 – wie viele österreichische Gemeinden – mit einer Reihe finanzieller Herausforderungen konfrontiert. Neben einem nur moderaten Wirtschaftswachstum und damit geringeren Zuwächsen bei den Steuereinnahmen steigen die Anforderungen an die Gemeinden kontinuierlich weiter. Besonders stark wirken sich die Sozialausgaben aus, die 2026 um knapp EUR 300.000,– steigen, sowie die um EUR 700.000,– deutlich höher budgetierten Kosten für die Kinderbetreuung. Ein wesentlicher Teil des steigenden Personalaufwandes ist auf den notwendigen Ausbau des Kindergartenpersonals zurückzuführen. Bürgermeister Michael Feldgrill betont die ausgewogene Strategie der Gemeinde: „Unsere Aufgabe ist es, die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und gleichzeitig verantwortungsvoll mit öffentlichen Mitteln umzugehen. Wo es notwendig ist – wie in der Kinderbetreuung – bauen wir Personal gezielt aus. Gleichzeitig setzen wir seit Herbst 2025 konsequent Konsolidierungsmaßnahmen, etwa durch die neue Facility-ManagementGruppe oder eine strengere zentrale Beschaffung. Wir investieren dort, wo es notwendig ist, und sparen dort, wo es möglich ist.“ Konsolidierungsprozess seit Herbst 2025 Um auf die finanziellen Entwicklungen zu reagieren, arbeitet die Marktgemeinde seit Herbst 2025 intensiv an einem klaren Spar- und Verbesserungsprozess. Schuldenstand und Finanzierungskosten müssen offen kommuniziert werden Gemeindekassier DI Martin Dabernig (Foto links) unterstreicht die Bedeutung einer realistischen Darstellung der budgetären Situation: „Die Anforderungen und Ausgabensteigerungen müssen klar benannt werden – aber ebenso die bestehende Schuldenlast und die jährlichen Finanzierungskosten. Nur so entsteht ein vollständiges Bild der budgetären Rahmenbedingungen.“ Der aktuelle Schuldenstand beträgt EUR 29,7 Mio. Jährlich werden davon rund EUR 2,4 Mio. getilgt. Die Zinsbelastung liegt bei knapp EUR 1,0 Mio. Bürgermeister Michael Feldgrill betont: „Wir müssen unsere Ausgaben im Blick behalten und gleichzeitig sicherstellen, dass wichtigeLeistungen für die Bevölkerung weiter gut funktionieren.“ Zu den zentralen Maßnahmen zählen: • Systematische Evaluierung aktueller Projekte hinsichtlich Zielerreichung, Effizienz und Prioritätensetzung • Aufbau einer Facility-Management-Gruppe (FM-Gruppe) zur effizienteren Ressourcen- und Personalplanung • Weiterentwicklung bestehender Förderinstrumente, um deren soziale Treffsicherheit und Wirksamkeit zu erhöhen • Umfassende Durchsicht und Bewertung bestehender Verträge, Kooperationen und Mitgliedschaften einschließlich möglicher Nachverhandlungen Trotz notwendiger Sparmaßnahmen sind für 2026 Investitionen von rund EUR 5 Millionen vorgesehen. Geplante zentrale Projekte sind: • Fertigstellung Kindergarten und Kinderkrippe Puntigam • Umstellung der Stromversorgung im Kulturhaus • Erneuerung der Wasserversorgung Harter Höhe inklusive Bau eines Ersatzweges • Sanierung der Felberstraße (Fahrbahn, Gehsteig beim Kindergarten, Entwässerung sowie Kanal- und Wasserleitungen) • Kanalsanierung Rötschbachweg (Schachtsanierungen) Diese Projekte dienen vor allem der Sicherheit, Bildung und langfristigen Infrastrukturqualität. Foto: stock.adobe.com

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