28 Gratkorn aktuell 4 / 2025 LebensGroß: Weil wir gemeinsam Großes erreichen! Die Tagesförderstätte und Werkstätte von LebensGroß in Gratkorn gibt es nun bereits seit 30 Jahren. „Im Moment mache ich gerade Bienenrahmen. Sortierarbeiten für Jolly erledige ich auch hin und wieder. Und manchmal ist es auch in Ordnung, einfach nur gemütlich in der Sonne zu sitzen.“ Christoph Bauer-Bretterklieber ist einer von aktuell 28 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Werkstätte und Tagesförderstätte von LebensGroß in der Grazer Straße in Gratkorn. Während in der Werkstätte Auftragsarbeiten für Firmen und die Produktion eigener Produkte im Vordergrund stehen, werden in der Förderstätte unterschiedliche Aktivitäten vom Kochen bis zur Mobilität angeboten. Seit mittlerweile 30 Jahren existiert die Einrichtung in Gratkorn. Die Entstehung ist eng mit der Gratkorner Familie Hemmer verbunden, die für ihren beeinträchtigten Sohn einen Ausbildungsplatz außerhalb von Graz schaffen wollte und Großes erreichte. Was das in der Praxis heißt, erklärt Mitarbeiter Thomas Trummer, der in der Tischlerei am Standort tätig ist: „Externe Aufträge wurden früher meist ohne Interaktion mit unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern abgewickelt. Da gab es nur wenig Kontakt nach außen.“ Heute kommen Kundinnen und Kunden bewusst in die Einrichtung, nehmen sich Zeit für ein Gespräch. Es wird nicht nur ein Produkt bestellt, sondern der persönliche Austausch gesucht. . Christoph Bauer-Bretterklieber (Fotos oben) ist schon seit 25 Jahren hier. „Anfangs war es nicht einfach, ich konnte eigentlich nicht gut arbeiten. Aber mit viel Übung und ein paar Hilfsmitteln klappt es ganz gut. Ich liebe die Abwechslung und bin noch immer gerne hier.“ Selbstermächtigung und Selbstbestimmung Leiterin Doris Hartmann-Hahn erklärt, wie sich die Arbeit vor Ort in den letzten drei Jahrzehnten verändert hat: „Ging es vor 30 Jahren noch vielfach um Schutz, stehen heute Selbstermächtigung und Selbstbestimmung im Vordergrund.“ Wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer früher zu Tätigkeiten angeleitet, zeige man ihnen heute Möglichkeiten auf und unterstütze sie bei individuellen Entscheidungen. Das ist auch das erklärte Ziel für die kommenden 30 Jahre: Die Fähigkeiten und Fertigkeiten von beinträchtigten Menschen sollen noch sichtbarer werden – mit einer aktiven Rolle im Sozialraum. Ob mit Repair-Cafés, dem Austeilen des Pfarrblatts oder der Betreuung von Hochbeeten – jeder Mensch kann etwas zu einem gelingenden Miteinander beitragen. Doris Hartmann-Hahn fasst zusammen: „Vielfalt zu leben hat einen Mehrwert für alle Menschen in der Gesellschaft. Gemeinsam können wir Großes erreichen.“ Leiterin Doris Hartmann-Hahn: „Gemeinsam können wir Großes erreichen.“ www.lebensgross.at Fotos: LebensGroß (5) LebensGroß Vor 30 Jahren wurde die Tagesförderstätte und Werkstätte in der Brucker Straße in Gratkorn eröffnet. Später übersiedelte man in eine ehemalige Tischlerei, die bis heute einen prägenden Arbeitsschwerpunkt bildet. Seit 2009 befindet sich die Einrichtung in der Grazer Straße 86. Dort werden laufend verschiedene Schwerpunkte und Aktivitäten angeboten – individuell angepasst und weiterentwickelt. Kontakt: LebensGroß Werkstätte und Förderstätte Gratkorn Grazer Straße 86, 8101 Gratkorn Tel.: +43 3124 22 275 Doris Hartmann-Hahn Tel.: +43 676 847 155 311 doris.hartmann-hahn@lebensgross.at Heike Krusch – Kommunikation und Marketing LebensGroß C.-v.-Hötzendorfstraße 37a, 8010 Graz Tel.: +43 676 84 71 55 599 heike.krusch@lebensgross.at Teilnehmer Thomas Hemmer – einer der ersten der Einrichtung
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