Gratkorn aktuell 2 2024

49 Gratkorn aktuell 2 / 2024 Das Gemeindekreuz Am Rand zur Straße am Grundstück der einstigen VS1 steht ein Kreuz, das im Volksmund „Gemeindekreuz“ genannt wird. Die Gemeinde verkauft nun dieses Grundstück, aber die kleine Ecke, in der dieses Kreuz steht, wurde abgetrennt und somit bleibt das „Gemeindekreuz“ auch im Besitz der Gemeinde. Das Holz des Kreuzes ist dunkel, die Darstellung des Gekreuzigten ist sehr blass und soll wohl Christus mit der Stichwunde im Brustbereich zeigen. Der Lendenschurz um die Hüfte hat ein loses Ende, das den Anschein macht, als ob es im Wind flattert. Dies ist eine im Barock übliche Art der Darstellung. Das „INRI“-Schild fehlt. Ein verziertes Blechdach schützt das Kreuz. Hans Preitler hat zu diesem Kreuz Nachforschungen angestellt. Zum „Gemeindekreuz“ wurde es erst im Jahr 1907, als die Gemeinde für den Bau einer Volksschule dieses Grundstück kaufte. Zuvor war auf diesem Grundstück ein Bauernhof einer Familie Dorn mit Vulgonamen Kirchenstrobl, ein Vulgonamen, der auch für einen anderen Bauernhof verwendet wird. Eine ältere Bezeichnung des Kreuzes dürfte „Kreuz am Riegel“ gewesen sein. Wie alt dieses Kreuz ist und wer es errichtet hat, ist leider nicht bekannt. Hans Preitler konnte es bislang in keinem alten Textdokument finden. Allerdings gibt es alte Landkarten, in denen Ersteller ein solches Kleindenkmal manchmal eingezeichnet haben. Die Josephinische Landaufnahme 1786 ist noch recht ungenau, allerdings ist darin westlich der Kirche ein Kreuz eingezeichnet. Das dürfte dieses Kreuz sein. 1823 wurde dann der Franziszeische Kataster erstellt, der bereits ganz genau war. Auf einer der diesem Kataster zugehörigen Karten im Landesarchiv ist exakt an der Stelle, wo sich das Kreuz auch heute befindet, eines eingezeichnet. Das Kreuz spielte im kirchlichen Leben für die Bewohner*innen eine wichtige Rolle als „Gesamtkonduktkreuz für Begräbnisse“ (P. Clemens Brandtner, 1980). Hier wurden die Verstorbenen eingesegnet, wenn der Leichenzug den Sarg für das Begräbnis zur Kirche getragen hat, dies galt insbesondere für LeichenDas Plauderbankerl kommt „Es ist nicht gut, dass man allein ist“ (Gen 2,18) Schon im Buch Genesis, dem ersten Buch Mose in der hl. Schrift, formuliert es Gott, in Bezug auf den Menschen, so weise. Erst im Gegenüber, im Du findet der Mensch zu sich selber. Wir sind nicht nur in die Schöpfung eingebunden, sondern leben als Teil der Menschenfamilie in partnerschaftlichen, freundschaftlichen, nachbarschaftlichen, beruflichen … Beziehungen. Einsamkeit und Isolation sind stille Leiden des Alltags. Für viele hat sich diese Situation z.B. durch Polarisierung der Gesellschaft und Coronamaßnahmen in den vergangenen Jahren verschärft. Nicht immer erkennt man von außen, wer betroffen ist. Menschen ziehen sich langsam zurück oder fühlen sich trotz großem Bekanntenkreis allein. Die Pfarre will ein wenig Abhilfe schaffen. In Kooperation mit der steirischen Caritas planen sie die Aufstellung eines Bankerls gegen die Einsamkeit. Ein Bankerl ist ein Bankerl, ist ein Platz zum Rasten, zum Innehalten, auch zum Plaudern, Diskutieren oder einfach nur zum Reden. Schön ist es, wenn jemand da ist, um zuzuhören. Es soll ab Sommer Gelegenheiten zum Verweilen und für Gespräche bieten. Zu bestimmten Zeiten, so der Plan, sitzt jemand auf dem Bankerl und ist bereit zum Plaudern. Christine Fekonja gf. Vorsitzende des Pfarrgemeinderats züge aus dem Forstviertel, von Bauernhöfen entlang der Forststraße. 2011 wurde das Kreuz vom ÖKB (Österreichischer Kameradschaftsbund) renoviert. Nun besteht leider für die Christusfigur wieder Renovierungsbedarf. Dies wäre ein Anlass, das Kreuz von Experten für Barocke Holzarbeiten untersuchen zu lassen und diesem Kleinod entsprechende Wertschätzung zu geben. 1982 2024 Denkmal „Gemeindekreuz“ aus der Gratkorner Ortschronik (Seite 135)

RkJQdWJsaXNoZXIy MTgyNzE1Ng==